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タイトル: レッシング『悲劇に関する往復書簡』について : 民衆教化と混合感情の両取り, レトリカルな帳尻合わせ
その他のタイトル: Zu Lessings Briefen über das Trauerspiel : Zwei Probleme und eine rhetorische Lösung
著者: 梶原, 将志
著者(別言語): Kajiwara, Masashi
キーワード: 悲劇
悲劇論
Tragödie
レッシング
Lessing
メンデルスゾーン
Mendelssohn
ニコライ
Nicolai
啓蒙主義
Aufklärung
コロス
コーラス
合唱団
Chor
発行日: 2011年11月
出版者: 東京大学大学院ドイツ語ドイツ文学研究会
掲載誌情報: 『詩・言語』. 第75号, 2011年11月, pp. 25-63
抄録: Dieser Aufsatz behandelt hauptsächlich die Briefe über das Trauerspiel, die von 1756 bis 1757 zwischen Gotthold Ephraim Lessing, Moses Mendelssohn und Friedrich Nicolai gewechselt worden sind. Darin ist die Rede von zwei klassischen Themen: Vermischte Empfindungen und moralische Besserung der Menschen durch das Theater. Was jene betrifft, geht es darum, warum man Vergnügen empfinden kann, selbst wenn man in einem Trauerspiel einen an sich unangenehmen Gegenstand wie z. B. Tod, Unglück, Scheitern des Helden anschaut (dieses Problem hat Jean-Baptiste Dubos formalisiert). Beide Probleme sind eigentlich voneinander unabhängig. Aber Lessing versucht sie als ein Problem zu lösen. Die Kühnheit bzw. Unmöglichkeit seines Versuches ist unter seiner Rhetorik verdeckt. Genauer gesagt, entdeckt sie sich eben durch rhetorische Verdeckung. Verdecken selbst verrät paradoxerweise, dass etwas verdeckt ist. Es gilt hier also zu ermitteln, wie Lessing geschrieben hat. Wenn man Lessings Dramaturgie umreißen will, wird man sich eher mit der Hamburgischen Dramaturgie beschäftigen. Aber im Blick auf die »Briefe« soll besonders die Verwirrung der Diskussionen beobachtet werden.Mendelssohn und Nicolai interessierte vor allem der Mechanismus der Empfindungen, die die Zuschauer bei der Tragödienrezeption haben. Daher erscheint beiden die Aufgabe durch das Trauerspiel die Zuschauer moralisch zu bessern, als marginal. In diesem Sinne sind sie beide reine Ästhetiker. Lessing hingegen ist nicht nur Ästhetiker, sondern auch ein Pädagoge. Er will die Völker ausschließlich auf ästhetische Weise, d. h. durch eine nicht deutliche, aber klare Erkenntnis, erziehen, so dass er beim Besserungsprozess der Menschen mittels der Erregung der Leidenschaften die Vernunft (= obere Seelenkraft) ausschließen muss. Lessing nimmt aufgrund des englischen Philosophen Francis Hutcheson an, dass man Menschen auf einer sinnlichen Ebene moralisch bessern könne, während Nicolai und Mendelssohn ohne Zögern die Vernunft mit der moralischen Erkenntnis beauftragen. Jener will nur innerhalb einer ästhetischen Erfahrung gleichzeitig die sittliche Erziehung sich vollziehen lassen, während diese prinzipiell zwischen Kunstrezeption (=Ästhetik) und Erziehung (=Ethik) unterscheiden. Das ist der Grund, warum Lessing das „Mitleid“, die Fähigkeit, mit anderen die Positionen zu wechseln, für das wichtigste tragische Moment hält, Mendelssohn dagegen die „Bewunderung“. Ein Double-Bind fasst Lessing zugleich als Ästhetiker/Dramatiker und als Pädagogen, dessen Lehre von der moralischen Besserung also einige Nachteile haben muss, denn man kann mit seinem Modell der ästhetischen Erziehung ohne Eingreifen der Vernunft die subjektive Einseitigkeit unserer Mitleidensfähigkeit nicht verbessern (wir können nämlich mit unseren Familien oder Freunden leichter mitleiden als mit anderen). Das zeigt sich klar im Vergleich mit den Lehren von David Hume und Adam Smith. Außerdem kann man auch sagen: Die Vermischung jener beiden Probleme ist die von Analyse und Bestimmung. Beim Problem der vermischten Empfindungen soll man analysieren und beschreiben, was wirklich bei der Trauerspielrezeption passiert, was die Zuschauer eines Trauerspiels fühlen. Beim Problem der moralischen Besserung dagegen handelt es sich darum, wie das Trauerspiel idealiter auf die Zuschauer wirken soll. Der Double-Bind, in dem Lessing gefangen ist, besteht aus den folgenden Fragen: Was ist das Trauerspiel? Und was soll es sein? Indem Lessing unter dem Namen der empirischen Psychologie eine ästhetische Erfahrung objektiv analysiert, projiziert er doch in der Tat seine subjektive Idee der ästhetischen Erziehung auf den Begriff „Erfahrung“ als Bildschirm. Kurz: Der Begriff »ästhetische Erfahrung« als angeblich selbständliger Grund, als einfachste Tatsache, ist bloß ein Ort, wo man im Namen der Analyse von seinem Ideal redet. Mit anderen Worten, ist die (leere) Form an sich »ästhetischer Erfahrung« ihr Inhalt, und zwar ihr Wesen. Der Trauerspieltheoretiker bestimmt aufgrund unserer schon vorhandenen ästhetischen Erfahrung dieselbe: ein logischer Zirkel. An dieser reflexiven Struktur des ästhetischen Diskurses ist jedoch nicht Lessing schuld. Es handelt sich vielmehr um eine notwendige Bedingung ästhetischer Diskurse überhaupt. Ästhetische Erfahrung als eigentlicher Gegenstand der Ästhetik existiert nicht-oder höchstens ex-sistiert, sie steht nämlich außer der symbolischen Ordnung (=Sprache), daher kann man nur so sagen: „Je ne sais quoi...“ Aber mit ihren inneren Unmöglichkeit auskommend, organisiert die Ästhetik ihre Diskurse. Ästhetik ist nichts anderes als ein Produkt des ursprünglichen Kompromisses, der ewige Versuch, das inhärente Nichts, das man „ästhetische Erfahrung“ nennt, zu zähmen. Lessings oft tautologische Rhetorik ver- und enthüllt dieses Nichts. Der Imperativsatz, der für seinen Diskurs bezeichnend ist, stellt eine Sackgasse (=deadlock) dar, in die die empirische Wirkungsästhetik und Dramaturgie geraten muss: „Untersuchen Sie ihr eigenes Herz!“ Mit diesen Worten kann man den Grund performativ setzen und aufgrund davon vorschussweise seine Diskurse rechtfertigen. Das Ziel dieses Aufsatzes liegt eben darin, den Lessingschen Schreibstil zu beobachten und dadurch die allgemeine Möglichkeitsbedingung ästhetischer Diskurse festzustellen. Dabei wird auch Slavoj Žižeks Diskurstheorie angeführt.
URI: http://hdl.handle.net/2261/50075
ISSN: 09120041
出現カテゴリ:019 文学
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